Die Rolle der Pulsweitenmodulation in der Elektronik

Von Nick Grillone, Applications Engineer, Same Sky

Die Pulsweitenmodulation (PWM) ist ein Verfahren zur Leistungssteuerung, das die effektive Leistung eines elektrischen Signals durch schnelles Ein- und Ausschalten mit einer festen Frequenz reguliert. Durch Anpassung des Verhältnisses zwischen Einschaltdauer und Periodendauer kann eine digitale Quelle unterschiedliche analoge Spannungspegel nachbilden und so die durchschnittliche Energie, die an eine Last abgegeben wird, steuern.

Im weiteren Sinne bezieht sich die Modulation auf die Veränderung oder Kodierung von Informationen in einer elektrischen Wellenform, um das Verhalten eines Schaltkreises oder Systems zu beeinflussen. In der praktischen Elektronik heißt das, ein Signal so zu formen, dass es Daten übertragen oder steuern kann, wie viel Spannung oder Strom zu einer Last gelangt. Dieses Prinzip findet breite Anwendung in Motorantrieben, dimmbaren Beleuchtungen, Audiosystemen und Stromwandlungs- oder Batterieladeschaltungen.

Während sowohl PWM als auch Amplitudenmodulation (AM) und Frequenzmodulation (FM) als primäre Strategien zur Manipulation der wahrgenommenen Größe oder Frequenz eines Signals gelten, wird hier speziell die PWM betrachtet.

Grundlagen der PWM – Tastgrad und Schaltfrequenz

Wie bereits erwähnt, beeinflusst die PWM eine Wellenform, indem sie die effektive Spannung und den Strom, die an eine Last geliefert werden, anpasst. Das wird dadurch erreicht, dass eine Schaltkomponente, in der Regel ein Transistor, schnell zwischen seinem vollständig eingeschalteten und seinem vollständig ausgeschalteten Zustand hin- und hergeschaltet wird. Indem das System die Verweildauer des Schalters in den einzelnen Zuständen variiert, kodiert es Informationen über die relative Dauer der Hoch- und Tiefphasen.

Praktisch gesehen begrenzt die PWM die einer Last zugeführte elektrische Nettoleistung, indem sie die Zeitspanne, in der die Last die volle Versorgungsspannung erhält, in jedem Schaltzyklus verändert. Eine Erhöhung der „Einschaltdauer“ erhöht die durchschnittliche Ausgangsspannung, während eine Verringerung den effektiven Pegel für die Last senkt. Zwei Hauptparameter charakterisieren dieses Verhalten: der Tastgrad und die Schaltfrequenz.

Der Tastgrad gibt den Anteil einer vollständigen Wellenformperiode an, während der sich ein Signal in seinem aktiven oder hohen Zustand befindet. Er wird in der Regel in Prozent (%) angegeben und sagt aus, wie lange der Ausgang in jedem Zyklus eingeschaltet bleibt. Bleibt eine digitale Wellenform beispielsweise 3 Millisekunden lang auf „high“ und 1 Millisekunde lang auf „low“, beträgt die Gesamtperiode 4 ms, was zu einem Tastgrad von 75 % und einer entsprechenden Schaltfrequenz von 250 Hz führt.

Da der Tastgrad direkt die Dauer des erregten Abschnitts eines jeden Impulses definiert, ermöglicht seine Änderung die Steuerung der effektiven Leistung, die an eine Last abgegeben wird, indem das Verhältnis von Hoch- und Tiefphase geändert wird, ohne die tatsächliche Versorgungsspannung zu ändern. In vielen Systemen sind Spannung und Frequenz feste Parameter, so dass der Tastgrad die wichtigste einstellbare Regelgröße ist. Bei Anwendungen wie PWM-gesteuerten Heizelementen kann die Überwachung der Einschaltdauer außerdem als zuverlässiger Indikator dafür dienen, dass das System die vorgesehene Leistung erbringt.

Die Schaltfrequenz beschreibt, wie oft sich ein Ereignis innerhalb eines bestimmten Zeitraums wiederholt. In diesem Zusammenhang ist damit die Anzahl der Ein- und Ausschaltvorgänge gemeint, die die Schaltkomponente zur Erzeugung des PWM-Signals in einer Sekunde vollzieht. Diese Rate wird in Hertz (Hz) gemessen und gibt an, wie schnell die Leistungsstufe ihren vollen Betriebszyklus durchläuft.

Die Wahl einer geeigneten PWM-Schaltfrequenz ist entscheidend dafür, dass sich die Last wie vorgesehen verhält. Wenn die Frequenz für eine bestimmte Anwendung zu hoch eingestellt ist, können mechanische Komponenten, wie Relais oder bestimmte Arten von Stellgliedern, mit den schnellen Übergängen nicht Schritt halten und vorzeitig ausfallen. Umgekehrt kann eine zu niedrige Schaltfrequenz zu unerwünschten Effekten wie hörbaren Geräuschen, Vibrationen oder Instabilität in der gesteuerten Last führen. Während zum Beispiel für den Betrieb von Elektromotoren relativ niedrige Frequenzen akzeptabel sind, erfordern Halbleiterlasten wie LEDs oft deutlich höhere Schaltfrequenzen, um einen störungs- und flimmerfreien Betrieb zu erreichen.

Vor- und Nachteile der PWM

Der Hauptvorteil der PWM ist ihre außergewöhnliche Effizienz, vor allem weil die Schaltkomponenten sehr wenig Strom verbrauchen. Wenn der Schalter ausgeschaltet ist, fließt praktisch kein Strom, und wenn er ganz eingeschaltet ist, ist der Spannungsabfall in der Komponente minimal. Das führt zu deutlich geringeren Leitungs- und Schaltverlusten im Vergleich zu linearen Steuerverfahren. Weitere Vorteile der PWM sind:

  • Geringere Wärmeabgabe als bei linearen Reglern dank des vollständigen Ein- und Ausschaltens
  • Nahtlose Integration mit digitaler Logik dank des von Natur aus binären Steuersignals
  • Höhere Gesamtenergieeffizienz bei der Regelung von Motoren, Beleuchtung oder Leistungswandlern
  • Präzise Steuerung von Effektivspannung bzw. Effektivstrom durch einfache Anpassung des Tastgrads
  • Vereinfachte Schaltungen, die oft weniger analoge Komponenten oder Rückkopplungsschleifen benötigen
  • Breite Anwendbarkeit in vielen elektronischen Systemen von Stromversorgungen bis hin zu Stellantrieben

Obwohl die PWM ein vielseitiges und effizientes Verfahren ist, bringt sie einige technische Herausforderungen mit sich. Zu den Hauptnachteilen gehören:

  • Erhöhte Schaltverluste bei sehr hohen Betriebsfrequenzen
  • Möglichkeit von Spannungsüberschwingung oder Transienten
  • Erzeugung elektromagnetischer Störungen und Oberwellen, die gegebenenfalls gefiltert werden müssen
  • Höhere Designkomplexität bei Systemen mit hoher Leistung, bei denen Schaltelemente und Layout-Überlegungen immer anspruchsvoller werden

Schaltfrequenzen und Tastgrade in der Praxis

Da das Modulationsverhalten bei der PWM sowohl durch den Tastgrad als auch durch die Schaltfrequenz bestimmt wird, muss jeder Parameter so gewählt werden, dass er den elektrischen und mechanischen Eigenschaften der Ziellast entspricht. Die folgenden Anwendungsbeispiele (die alle von Same Sky unterstützt werden) veranschaulichen, wie diese Werte typischerweise bei verschiedenen Gerätetypen variieren. Hier einige Empfehlungen für die folgenden elektronischen Lasten:

  • Lüfter: Die meisten Lüfter bieten einen optimalen Betrieb mit PWM-Frequenzen im Bereich von 20 kHz bis 25 kHz in Verbindung mit einem Tastgradfenster von 0 % bis 100 %, um die Drehzahl vom vollständig ausgeschalteten Zustand bis zum maximalen Luftstrom zu regulieren. Höhere Schaltfrequenzen helfen, hörbares Pfeifen zu eliminieren und sorgen für eine gleichmäßigere Rotation. Hersteller geben im Allgemeinen bevorzugte PWM-Parameter an, um ein ordnungsgemäßes Verhalten bezüglich Anlauf, Drehzahlstabilität und Akustik zu gewährleisten. Same Sky liefert eine große Auswahl an AC- und DC-Lüfter-Hardware.
  • Summer: Bei Piezo- oder Magnetsummern liegen die PWM-Frequenzen in der Regel zwischen 1 kHz und 10 kHz und damit im für Menschen hörbaren Bereich (20 Hz bis 20 kHz). Durch Variieren des Tastgrads wird die Schallintensität angepasst, aber ein Tastgrad von 50 % gewährleistet in der Regel einen hohen Ausgangspegel mit minimaler Verzerrung. Da viele Summer auf eine enge Resonanzfrequenz abgestimmt sind, sollte unbedingt das Datenblatt zu Rate gezogen werden. Same Sky führt ein umfangreiches Sortiment an Audio-Summern.

Abbildung: Summer, der mit Tastgrad von ca. 15 % betrieben wird, erzeugt deutlich leiseren Ton als einer, der mit 50 % angesteuert wirdAbbildung 1: Ein Summer, der mit einem Tastverhältnis von ca. 15 % betrieben wird, erzeugt einen deutlich leiseren Ton als einer, der mit 50 % angesteuert wird, selbst bei gleicher Frequenz. (Bildquelle: Same Sky)

  • Ultraschallsensoren: Ultraschallwandler werden im Allgemeinen mit PWM-Frequenzen in einem Bereich von 20 kHz bis 400 kHz betrieben, wobei ein Tastgrad von 50 % zur Erzeugung eines klaren, symmetrischen Ultraschallimpulses genutzt wird. Die genauen Werte hängen stark von der jeweiligen Sensorausführung ab, so dass die Richtlinien des Herstellers stets befolgt werden sollten. Same Sky bietet ein komplettes Portfolio an Ultraschallsensorkomponenten.

     

  • Peltier-Module: Zur Steuerung thermoelektrischer Module per PWM werden in der Regel Schaltfrequenzen zwischen 300 Hz und 3 kHz empfohlen. Anpassungen des Tastgrads bestimmen die Kühl- oder Heizleistung und ermöglichen eine präzise Wärmeregulierung. Auch hier sind die Empfehlungen in den Datenblättern entscheidend für die langfristige Zuverlässigkeit der Module. Same Sky bietet eine breite Palette von Peltier-Modulen an, darunter einstufige, mehrstufige und integrierte Kühlsysteme.

Fazit

Unter Modulation wird die Veränderung oder Steuerung des Verhaltens einer Last oder eines Systems durch kontrollierte Signalformung verstanden. PWM ist ein hocheffizientes Verfahren zur Beeinflussung der Leistungsabgabe in zahlreichen elektronischen Anwendungen. Durch die Variation des Tastgrads einer digitalen Wellenform bietet die PWM eine präzise, analoge Steuerung bei gleichzeitig geringer Verlustleistung und ist daher ein bevorzugter Ansatz für viele Anwendungen von Motorantrieben bis hin zu Beleuchtungs-, Sensor- und Wärmemanagementsystemen.

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Über den Autor

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Nick Grillone, Applications Engineer, Same Sky

Nick Grillone brings over 10 years of customer support experience to the Same Sky's Applications Engineering team. His technical and application expertise is particularly focused on our diverse range of audio components, such as microphones and speakers, as well as our sensor technology offering. In his spare time, Nick enjoys all things outdoors with his partner and his dog, including backpacking, camping, cycling, and paddleboarding.